Marke und Ting

Die Marke ohne Argumente: Stihl sägt am eigenen Ast

Stihl Motorsäge

„STIHL ist seit 1971 die meistverkaufte Motorsägenmarke weltweit.“

aus dem Stihl Unternehmensportrait

Glückwunsch, Jungs. Das nenn ich mal eine starke Marke. Denk ich an Motorsägen, dann denk ich an Stihl. Oder zumindest an Eure charakteristisch weiß-orangen Produkte. Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger Aufbauarbeit. Jahrzehnte in denen ihr überzeugt habt. Mit hervorragenden Produkten. Mit Langlebigkeit. Mit durchdachten Lösungen. Mit Innovationen. Und jetzt, ja jetzt ist Eure Marke mit Sicherheit verdammt viel wert.

Aber so eine wertvolle Marke ist ziemlich blöd. Denn so ein Markenwert, der ist ja nix. Der ist ja erst was, wenn man ihn auch rausholt. Aus der Marke. Und zwar in Form klingender Münze. Das muss doch irgendwie zu schaffen sein. Aber wie?

Eure Lösung darf man jetzt im TV bewundern. Als Werbespot. In reichweitenstarken Werbe-Inseln im Fußballumfeld. Das lasst ihr euch richtig was kosten. Es ist nur ein kurzer Spot. Aber die Off-Stimme bringt euer Dilemma ganz wunderbar auf den Punkt.

„Starke Leistung. 100% Stihl-Qualität schon ab 199 Euro. Jetzt bei ihrem teilnehmenden Stihl-Fachhändler. Stihl, die Nr.1 weltweit.“

aus dem STIHL TV-Werbespot

Und? Merkt ihr was? Fällt euch auf was da fehlt? Hey, ihr seid die kompetenteste Motorsägen-Marke der Welt. Und alles was ihr mitzuteilen habt ist euer Preis.

Ehrlich Jungs, wenn Obi&Co. euch verramschen, dann ist das tragisch genug. Aber das eine führende Qualitätsmarke selbst nur noch mit preisaggressiven Argumenten wirbt ist ein Trauerspiel. Und aktive Wertvernichtung obendrein.

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4 Gedanken zu “Die Marke ohne Argumente: Stihl sägt am eigenen Ast

  1. … und hier machte es RIMOWA besser. Die schmissen einst mehr als 10% ihrer Handelspartner raus – belieferten sie nicht mehr. Den die wagten es doch ab und an, diese Koffer zu verramschen. Der schnelle Euro lockte den Händler, am Ende blieb denen nichts.

    Aber die restlichen Partner danken es! Mit Treue, mit Vertrauen… und mit gesteigertem Umsatz. Und RIMOWA hatte ganz nebenbei den Markenstand gefestigt… indem sie sich verabschiedeten.

    Die Welt ist schon manchmal kurios.

  2. Die Welt ist ganz normal, kurios sind die studierten Herren in den Unternehmen die weder ihre Marke verstehen noch ihren Markt, oder?

    RIMOWA ist ein feines Beispiel dafür wie man es richtig machen sollte. Aber die vertrauen auch einfach auf Ihr Produkt, Ihren Menschenverstand und nehmen Rückmeldungen von Ihren Kunden ernst. Und das ist dem durchschnittlichen Excellisten-Jünger doch alles viel zu unsicher, kleinteilig und anstrengend.

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