Usability

Die Zukunft des Musikhörens: Wie iTunes, nur mit unbegrenzter Musikbibliothek

Spotify Login Screen
Ab und zu hat man das Gefühl die Zukunft angefasst zu haben. Als ich das erste Mal ein Handy in der Hand hatte – so einen knatschgrünen Ziegelstein von Eplus – hatte ich es. Als ich das erste mal Video-Filmchen auf einem damals brandneuen 486-PC sah, hatte ich es. Und als ich das erste Mal einen iPod in die Hand bekam, da hatte ich es auch.

Das Handy, der 486-PC und der iPod gehörten allesamt meinem großen Bruder. Und natürlich steckte wieder er dahinter als mich vor zwei Wochen dieses Gefühl erneut beschlich. Und diesmal ging es um eine kleine Software welche die Art wie wir Musik sammeln und anhören komplett verändern könnte. Die Software heißt „Spotify“ (was ungefähr genauso viel mit Musik zu tun hat wie der Name „Skype“ mit telefonieren – man wird sich halt dran gewöhnen müssen…) und ich würde sie beschreiben als iTunes mit unbegrenzter Musikbibliothek.

Unbegrenzt? Ja, denn die Spotify Datenbank ist ein riesiger Katalog mit Musik vieler großer Labels. Die Vielfalt ist bereits in der jetzigen Beta-Version überwältigend, auch wenn die brandaktuellen Neuerscheinungen noch nicht immer drin sind oder auch die Beatles-Alben fehlen – aber in welcher digitalen Datenbank tun sie das nicht. Das wichtige ist: all diese Musik ist direkt verfügbar. Pfeilschnell herausgesucht. Ohne Wartezeit gestartet. Es fühlt sich an wie das durchsuchen und abspielen lokal gespeicherter Musikdateien in iTunes. Nur eben mit einer gigantischen Musikbibliothek. Man kann das so hinschreiben, aber begreifen kann man es wohl nur wenn man selber mal davor sitzt. Es zaubert einem immer wieder aufs neue ein Lächeln ins Gesicht.

Spotify ist ein Streamingdienst. Die Technik unter der Haube wird wohl maßgeblich von ehemaligen Skype-Protagonisten entwickelt. Und sie leistet erstaunliches. Klickt man einen Song spielt er sofort los. Springt man im Lied hin und her passiert auch das direkt. Klickt man auf das nächste oder irgendein anderes Lied geht es sofort los. Es kommt zu absolut keiner Verzögerung. Das gilt auch für die Suche, die in Millisekunden ihre Ergebnisse ausspuckt oder die Seiten des Musikers in der alle Inhalte (Biographie, Alben, Cover, etc.) sofort da sind und und und …

Daneben gibt es noch ein paar andere Funktionen, z.B. einen Radiomodus, die Möglichkeit Playlists zusammenzustellen und Links davon oder von einzelnen Songs z.B. per Email zu verschicken. Alles so praktisch und zurückgenommen wie man es sich wünscht. Nur eine Funktion fehlt – und zwar zum Glück: die Community-Funktion. Keine Profile von anderen Spotify-Nutzern, kein automatisches mitgescrobble meiner Musik und Abgleich mit wildfremden Vorlieben anderer. In diesen twitterigen Zeiten in denen jedes Startup zumindest auch ein bisschen facebook sein will ist das eine echte Wohltat. Vor allem weil man spotify durch die Links ja vollkommen unproblematisch in jeder seiner bestehenden Communities integrieren kann, wenn man das wünscht.

Bei diesem Stück Software hatte ich wieder dieses Gefühl. Das Gefühl die Zukunft angefasst zu haben. Und ich habe es noch, als inzwischen von allen Freunden und Kollegen beneideter Inhaber eines Beta-Accounts. Dank dem großen Bruder.

see also Florian Jensen’s Weblog » Spotify – Last.fm on crack!

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17 Gedanken zu “Die Zukunft des Musikhörens: Wie iTunes, nur mit unbegrenzter Musikbibliothek

  1. ;-)

    Ihr habt das schon richtig gelesen: alle sind neidisch auf meinen Beta-Account, denn Spotify hält damit – zumindest zur Zeit – noch ziemlich hinterm Berg. Ich sag Euch Bescheid sobald ich Account-Einladungen vergeben kann.

    Gruß, L

  2. Felix schreibt:

    Es ist wahr – Spotify ist unbeschreiblich genau das wonach alle sich immer gesehnt haben. Aber es ist auch bekannt, dass Spotify immer sehr restriktiv mit den Beta-Accounts umgeht. Dabei haben die Jungs nichts zu verstecken. Im Gegenteil!

    Ich habe meinen bekommen durch eintragen auf der Spotify Website und warten. Die Geduld hat sich ausgezahlt. Ich kann nicht mehr ohne und unterschreibe jedes Wort deines Beitrages, Lucas.

    Grüße und Kompliment für deinen scharfzüngigen Blog den du da betreibst

  3. Andreas Potsdam schreibt:

    Ein toll geschriebener Artikel. Danke.
    Na da bin ich ja super gespannt, wie das weitergeht.

    Wenn ich kann, würde ich mich da auch einladen lassen. Aber das kann ja glücklicherweise nur immer der Andere.

  4. Alexander Hebeler schreibt:

    Schnucki, jeden Tag den Du länger wartest, tauche ich tiefer bei deezer.com ein ;-)

    Irgendwann will ich gar keinen Beta-Zugang. Allerdings… noch ist es nicht soweit! Also endlich her damit!!!

  5. Kolja schreibt:

    Spotify lässt sich ja ohne weiteres in Deutschland kaufen?! Warum noch lange auf eine Einladung hoffen? Ich habe nach diesem Artikel einen Account geholt und erst mal einen Monat Premium mit Visakarte bezahlt. Danke, Lucas! Ich habe erst gezweifelt aber deine Lobeshymnen sind berechtigt. Jetzt muss ich aber mal gucken was da alles so drin ist.
    Als Dank eine erste Musikempfehlung von den Stones:

    :))))

  6. Merle schreibt:

    Auch von mir, Lucas. Unbedingt!

    Über deinen Blog habe ich das erste Mal von Spotify gehört und mir gleich einen Account gekauft. Mittlerweile ist der ganze Freundeskreis dabei und wir senden uns fleissig Musiklinks zu.

    Als Dank sende ich dir diesen Tip hier http://www.mixifier.com

    Hoffentlich gefällt dir das genauso gut wie uns

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